23.September 2004. Um Schwerelosigkeit am eigenen Körper zu spüren, muss der Weltraumenthusiast nicht gleich ins All fliegen. Auch Parabelflüge mit einem Verkehrsflugzeug bieten eine ungefährliche Möglichkeit, für jeweils kurze Zeit den Zustand der Schwerelosigkeit zu simulieren.
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Das Interesse an der privaten Raumfahrt steuert derzeit einem Höhepunkt entgegen, denn für den 29. September ist der erste Ansari X-Preis Versuch geplant. Was liegt näher, als dieses Interesse auszunutzen und nun auch für die Öffentlichkeit solche Flüge anzubieten. Bis heute standen für Parabelflüge nur wenige Flugzeuge von NASA, ESA und Russischer Raumfahrtbehörde zur Verfügung, und nur die Geräte der Russen konnten auch privat gebucht werden. Ab dem 9. Oktober wird die Zero Gravity Corporation (Zero G) von Hollywood Parabelflüge anbieten.
Es wundert nicht, dass Peter Diamandis, der Begründer des Ansari X-Preises auch hier beteiligt ist, diesmal als Gründer der Zero Gravity Corporation (Zero G). Sein Unternehmen reist mit einer umgebauten Boeing 727-200, der G-Force One durch die Vereinigten Staaten und bietet für 2950 US Dollar einen erlebnisreichen Tag an, dessen Programm auch 2 Flugstunden mit der G-Force One einschließt. Durch das parabelförmige Flugmuster der Maschine wird Schwerelosigkeit für kurze Intervalle von 28-30 Sekunden erreicht. Pro Flug werden 15 Parabeln geflogen, von denen einige auch die Schwerkraft anderer Himmelskörper wie Mond und Mars simulieren.
Im Zentrum der Businessstrategie von G-Force stehen neben Aufregung und Abenteuer der Teilnehmer die Sicherheit und Erschwinglichkeit der Parabelflüge. Neben der Öffentlichkeit sieht Zero G vier weitere Märkte für sein Produkt. Die Film- und Unterhaltungsindustrie hat bei der Produktion von Matrix II und III bereits 6 Parabelflüge mit der G Forceabsolviert, Forschungseinrichtungen haben eine Alternative zu NASA Flügen, internationale Regierungsbehörden haben erstmals Zugang zu Parabelflügen und Unternehmen können verdiente Mitarbeiter mit Parabelflügen belohnen.
In einem Interview mit Space.com berichtet Peter Diamandis von den langwierigen Verhandlungen, die notwendig waren, um die Federal Aviation Administration (Aufsichtsbehörde der Luftfahrt) von einem Unternehmen zu überzeugen, die bis dahin in den Regularien der Behörde nirgendwo bedacht worden war. Insgesamt acht Jahre und 1000 geflogene Parabeln habe es gedauert, und in dieser Zeit ist jedes größere Element der Boeing 727 einer Prüfung unterzogen worden. Beschleunigungsmesser wurden ins Cockpit eingebaut und das Hydrauliksystem wurde verstärkt damit es auch bei extremen Steig- und Sinkflügen funktioniert.
Parabelflüge in der Schwerelosigkeit können möglicherweise den Boden für zukünftige suborbitale und orbitale Weltraumtouristen bereiten, aber ob Abenteurer wirklich bereit sind, viel Geld auszugeben, ist ungewiss. Auch die Frage, ob Touristen vor einem Ausflug ins All zuerst einen Trainingsflug mit der G-Force One machen wollen, ist noch unbeantwortet. Zunächst startet am 29. September SpaceShipOne, bei einem Fehlschlag dürften es schwierig werden Parabelflüge zu vermarkten.
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