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Mondfinsternis heute Nacht
27.Oktober 2004, Deutscher Wetterdienst. In den früher Morgenstunden des 28. Oktobers ereignet sich die zweite von Deutschland aus sichtbare Totale Mondfinsternis des Jahres 2004. Sie wird für einen Zeitraum von gut 2 1/2 Jahren die letzte Mondfinsternis sein, die von Deutschland aus beobachtbar ist.

Der Mond, aufgenommen am 10.05.2000 (Quelle: Volkssternwarte Hannover)
Leider spielt das Wetter nicht überall mit. So gibt es in der Westhälfte kaum Chancen auf Wolkenlücken. Im Gegenteil, es setzt sogar Regen ein. In der Osthälfte verdecken zwar auch gebietsweise Wolkenfelder die Sicht, und wo es zunächst klar ist, kann sich teils dichter Nebel bilden. Dort braucht man also etwas Glück, aber einen Blick zum Himmel kann man schon mal riskieren. Noch bessere Karten hat man im Südosten des Landes, wo es ausserhalb der Nebelfelder grössere Wolkenlücken geben wird.

Mondfinsternisse entstehen dann, wenn Sonne, Erde und Mond im Weltraum genau auf einer Linie stehen und der Mond dabei vom Schatten der Erde getroffen und verfinstert wird. Sie sind also nur bei Vollmond möglich, treten aber nicht automatisch bei jeder Vollmondstellung ein, da die Bahn des Mondes um die Erde gegenüber der Bahn der Erde um die Sonne, in der sich der Erdschatten befindet, um etwa 5 Grad geneigt ist. Meistens läuft deshalb der Mond oberhalb oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Taucht er jedoch in den Erdschatten ein, so entschwindet der Vollmond dennoch nicht vollständig unserem Blick am Himmel. Ursache hierfür ist die Lufthülle der Erde. Denn unsere Atmosphäre lenkt den langwelligen, also roten Spektralanteil des in der Mischung aller Farben weiß erscheinenden Sonnenlichtes in den Schattenkegel unseres Planeten hinein. Aus diesem Grund leuchtet der Mond auch während einer totalen Verfinsterung in einem roten Lichtschein.

Die Finsternis am 28.Oktober beginnt mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde um 02:06 Uhr MESZ, ein Ereignis das aber zunächst nicht beobachtbar ist. Ursache hierfür ist die Tatsache, dass im Halbschatten der Erde das vom Mond reflektierte Sonnenlicht nur unwesentlich gedämpft wird.

So richtig interessant wird es dann ab 03:14 Uhr MESZ. Ab diesem Zeitpunkt beginnt sich dann der Mond deutlich sichtbar an seinem linken Rand zu verdunkeln. Gut 1 Stunde später um 04:23 Uhr MESZ ist der Mond dann komplett in den Kernschatten der Erde eingetreten und damit vollständig verfinstert. Um 05:04 Uhr MESZ wird die Mitte der Finsternis erreicht. Der Mond durchläuft dieses Mal den nördlichen Bereich des Erdschattens, was zur Folge hat, dass der nördliche Teil der Mondscheibe in einem etwas helleren rötlichen Licht aufleuchten wird als der südliche.

Ab 05:45 Uhr MESZ ist dann die Totalität bereits wieder beendet, der Mond erstrahlt an seinem linken Rand langsam wieder in (fast) gewohntem Licht.

Dann dauert es wieder gut 1 Stunde, bis schließlich um 06:54 UhrMESZ das Schauspiel mit dem vollständigen Austritt des Mondes aus dem Kernschatten der Erde zu Ende geht. Der Vollständigkeit halber sei noch der Austritt des Mondes aus dem Halbschatten der Erde um 08:03 Uhr MESZ erwähnt. Dies bleibt jedoch nicht nur wegen der bereits genannten geringen Dämpfung des Mondscheins unbeobachtbar, es hat auch zwischenzeitlich die Dämmerung eingesetzt und während die Sonne am Osthorizont bereits aufgeht, sinkt der Mond zu dieser Zeit schon unter die Horizontlinie im Westen.

Der Mond steht in jener Nacht im Sternbild des Widders und damit zu Beginn der Finsternis zunächst recht hoch in der südwestlichen Himmelsregion. Im weiteren Verlauf der Finsternis sinkt er dann immer tiefer zum Westhorizont herab. Man sollte sich deshalb einen Beobachtungsort auswählen, der in Blickrichtung Süden und Westen frei von Hindernissen wie hohen Häusern, Bäumen oder Bergen ist, wenn man dieses Ereignis in voller Länge beobachten möchte.

Zur eigentlichen Beobachtung des Schauspiels benötigt man streng genommen zwar kein optisches Hilfsmittel, in einem Fernglas zum Beispiel sieht das Ganze aber doch noch ein wenig beeindruckender aus als "nur" mit bloßem Auge. Fernrohrbesitzer können das Ereignis auch sehr schön mit solch einem Instrument beobachten oder gar fotografieren.

Mondfinsternisse treten übrigens absolut gesehen seltener auf als Sonnenfinsternisse. Relativ gesehen, d.h. bezogen auf einen bestimmten Beobachtungsort wie z.B. Deutschland sind Mondfinsternisse allerdings nicht so selten wie Sonnenfinsternisse. Denn während Sonnenfinsternisse, insbesondere totale wie z.B. die vom August 1999 über Süddeutschland, immer nur in einem kleinen Bereich auf der Erdoberfläche zu sehen sind, reicht es zur Beobachtung einer Mondfinsternis aus, dass der Mond im entscheidenden Augenblick über dem Horizont am jeweiligen Beobachtungsort steht. Diese Mondfinsternis ist deshalb auch in Afrika, über der Arktis und dem Atlantik sowie in ganz Amerika und teilweise über dem östlichen Pazifik zu beobachten.

Nach einer kleinen Serie von Mondfinsternissen in den beiden zurückliegenden Jahren ist jetzt erst einmal wieder eine kleine Pause angesagt. Die nächste totale Mondfinsternis ereignet sich erst wieder am 03.März 2007 und auch sie wird wieder in Deutschland beobachtbar sein denn auch dann stehen wir wieder im richtigen Moment auf der richtigen Seite unseres blauen Planeten.
Quelle: Deutscher Wetterdienst zur Startseite...
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