Das 120 Millionen Dollar teure Teleskop ist das erste seiner Art. Zwei Hauptspiegel mit einem Durchmesser von 8,4 Metern sind auf derselben Basis montiert. Noch wird das Teleskop gebaut, nach der Fertigstellung soll es zehn bis zwölf mal besser sein als das Weltraumteleskop
Hubble.
Bis jetzt ist nur ein Spiegel einsatzbereit, aber auch mit diesem „Monokel“ konnte das Teleskop eine schöne Aufnahme der Spiralgalaxie NGC 891 erstellen. „Die Galaxie wurde ausgewählt, da sie ein schönes Objekt ist,“ sagte Richard Green, Direktor des LBT.
NGC 891 befindet sich 24 Millionen Lichtjahre entfernt in der Konstellation Andromeda. Ist das Teleskop erst einmal komplett einsatzbereit, wollen die Wissenschaftler weiter entfernte Galaxien erforschen, wie jene im Hintergrund der Aufnahme.
Augen auf
Vor der Fertigstellung erhält das LBT Sekundärspiegel und Motoren um die Form des Hauptspiegels anzupassen und so die Verzerrungen durch die Erdatmosphäre auszugleichen – die adaptive Optik. Der zweite Hauptspiegel muss außerdem noch kalibriert werden.
„Optimistisch gedacht erwarten wir die ersten Aufnahmen mit beiden Augen noch vor Ende 2006,“ sagte Green.
Zusammen werden die beiden Spiegel die Auflösung eines 23-Meter Teleskops erreichen, womit es eines der größten Teleskope weltweit wäre. Wissenschaftler erhoffen sich von dem Teleskop direkte Aufnahmen von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.
Andere Forschungsgruppen verfolgen die Fortschritte des Teleskops mit großem Interesse. Ein anderes Teleskop in Planung, das
Giant Magellan Telescope, verwendet ein ähnliche Technik, wird aber statt zwei sogar sieben Spiegel aufweisen.
Das LBT wird gebaut und betrieben von der
University of Arizona, dem italienischen Instituto Nazionale di Astrofisica, der deutschen LBT Beteiligungsgesellschaft und der
Ohio State University.
|
Leserkommentare zu diesem Artikel
|
|