Beide STEREO (Solar Terrestrial Relations Observatory) Sonden sollen am 26. Mai 2006 an Bord der gleichen
Delta 2 Rakete von
Cape Canaveral aus starten.
Im Weltraum trennen sich die Sonden, um die Sonne aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beobachten und so dreidimensionale Darstellungen zu ermöglichen. Der Mensch erkennt auf die gleiche Art räumliche Tiefe, indem er den kleinen Unterschied in der Perspektive nutzt.
Zwei Monate nach dem Start werden beide Sonden am Mond vorbei fliegen und Sonde B (für „behind“, hinten) wird kurz darauf ihren Zielpunkt erreichen. Der Punkt liegt auf der Umlaufbahn der Erde um die Sonne etwa 22 Grad hinter der Erde. Die Sonde wird etwas weiter von der Sonne entfernt sein als die Erde und für eine Umrundung 387 Tage brauchen.
Etwa einen Monat später wird Sonde A (für „ahead“, vorne) wiederum den Mond umfliegen und dann ebenfalls seinen Zielpunkt erreichen. Dieser liegt 22 Grad vor der Erde und befindet sich mit einer Umlaufzeit von 347 Tagen etwas näher an der Sonne als die Erde.
Massenauswürfe
Die kombinierten Beobachtungen von diesen beiden Lokationen sollten es den Forschern erlauben, den genauen Weg der Eruptionen geladener Teilchen der Sonne, den koronalen Massenejektionen, zu beobachten. Befinden diese sich auf Kollisionskurs zur Erde, könnten sie Astronauten auf Weltraumspaziergängen gefährden, Raumschiffe beschädigen und auf der Erde auch Stromnetze unterbrechen.
„Wie würden gerne wissen, ob der Ausbruch die Erde treffen und dort Probleme verursachen wird,“ sagt STEREO Projektwissenschaftler Michael Kaiser vom
Goddard Space Flight Center der NASA.
Jede Sonde wird die Sonne mit jeweils vier Instrumenteinheiten beobachten. Die Einheit SECCHI hat vier Instrumente, die die Sonne in verschiedenen Wellenlängen beobachten wird.
Zwei weitere, IMPACT und PLASTIC, werden Teilchen und die dazugehörigen Magnetfelder messen, wenn diese an den Raumschiffen vorbei rauschen. Das vierte Paket heißt SWAVES und misst Radiowellen aus der Schockwelle die entsteht, wenn die schnell fliegenden Teilchen der Eruption auf langsamere Teilchen des Sonnenwindes treffen.
Weltraumwetter
Jede der beiden Sonden besitzt zusätzlich einen Sender, der in Echtzeit Daten zur Erde sendet. Die Daten werden verwendet um eine Vorhersage des Weltraumwetters zu erstellen, so Kaiser.
„Bisher hat jeder nur direkt zur Sonne geschaut, aber plötzlich bekommen wir Daten sozusagen von der Seite,“ sagte Kaiser auf einer Pressekonferenz der Amerikanischen Geophysikalischen Union in San Francisco. „Das wird einige Veränderungen bedeuten.“
Daten von anderen sonnenbeobachtenden Schiffen wie SOHO werden ebenfalls zur Verbesserung der Genauigkeit von STEREO verwendet. „Genau wie wir Ozeanströmungen nicht mit einer einzigen oder sogar mehreren Bojen messen können, so brauchen wir viele Beobachtungspunkte um dieses komplexe System zu verstehen,“ sagte STEREO Wissenschaftler Lika Guhathakurta.
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