Der Nordpolarstern, auch bekannt als Polaris, wird seit langer Zeit als Navigationshilfe verwendet, da er über der Rotationsachse der Erde steht und dadurch still zu stehen scheint, während sich die Erde dreht. Der weithin bekannte Stern ist in Wirklichkeit ein Dreifachsystem, in dem zwei lichtschwächere Begleiter den Polarstern selbst umkreisen.
Bisher waren Teleskope nur in der Lage, den entfernteren Begleiter des Polarsterns aufzulösen, nun haben Astronomen mit dem
Hubble Teleskop den dichteren Stern abzubilden, der etwa 2000 Mal lichtschwächer ist als Polaris.
Die Sterne, die 430 Lichtjahre von der Erde entfernt sind, umkreisen einander in einer Entfernung von 5,1 Millionen Kilometern, in etwa die Entfernung zwischen der Sonne und dem Planeten Pluto. Um Polaris und seinen leuchtschwachen Begleiter aufzulösen benötigt man eine Teleskopleistung, die aus einer Entfernung von 30 Kilometern eine Münze abbilden könnte.
Nützliche Messlatte
„Der Stern, den wir beobachtet haben liegt so nah an Polaris, dass wir die volle Leistungsfähigkeit des
Hubble Teleskops ausnutzen mussten,“ sagt Mitarbeiterin Nancy Evans vom
Harvard Smithsonian Center for Astrophysics.
Die Forscher planen das System über mehrere Jahre hinweg zu beobachten, um die Bewegungen des kleinen Begleiters zu messen. Dadurch kann die Masse des Hauptsterns Polaris gemessen werden, was wiederum entscheidend für das Verständnis seiner Entwicklung ist.
Mit Hilfe dieser Informationen können dann die Entfernungen zu anderen astronomischen Objekten bestimmt werden. Der Polarstern ist der uns am nächsten liegende veränderliche Stern vom Typ der Zepheiden. Die Zeiträume, in denen diese Sterne ihre Helligkeit ändern stehen im Verhältnis zu ihrer absoluten Helligkeit, wodurch sie zu nützlichen Werkzeuge zur Messung von astronomischen Entfernungen werden.
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