Die japanische Sonde sollte 2007 erstmals Proben eines Asteroiden zur Erde bringen. Eine Reihe von Instrumentenfehlern und Kommunikationsstörungen führte dazu, dass die Sonde höchstwahrscheinlich keine Proben während der zwei Landungen auf dem 540 Meter langen Asteroiden Itokawa nehmen konnte. Die Missionsleitung will die Sonde trotzdem zur Erde zurückbringen für den Fall, dass doch einige Partikel in die Probenkammer gelangt sind.
Just als die Sonde Itokawa verlassen sollte, verlor die Bodenkontrolle jeglichen Kontakt, nachdem ein Leck in einem Treibstofftank die Ausrichtung der Kommmunikationsantenne auf die Erde verhinderte.
Der Kontakt ist nun wiederhergestellt. Die japanische Raumfahrtagentur JAXA gab bekannt, dass sie seit Ende Januar schwache Signale der Sonde empfangen habe und in den letzten Wochen auch ausreichende Telemetriedaten, um die Position und den Zustand der Sonde zu bestimmen.
Auf der Suche nach Schub
Die Daten deuten an, dass fast der gesamte Treibstoffvorrat der Sonde ins All entwichen ist. Im Dezember wusste die Bodenkontrolle bereits, dass ein Großteil des Hydrazins ausgelaufen war. Sie hofften aber noch auf den Katalysator Nitrogentetroxid um die Ausrichtung der Sonde im All zu steuern.
„Während der Funkstille haben wir anscheinend auch den Katalysatorstoff verloren,“ sagte Missionsleiter Jun'ichiro Kawaguchi gegenüber
New Scientist. „Es war ein Schock. Der chemische Antrieb ist damit wahrscheinlich unbrauchbar.“
Das bedeutet, dass die Missionsverantwortlichen auf den relativ schwachen Ionenantrieb zurückgreifen müssen, um die Sonde zu stabilisieren und auszurichten. Der Ionenantrieb, dessen elektrisches Feld einen Ionenstrahl beschleunigt, sollte eigentlich nur dazu dienen, die Sonde auf ihrer zwei Milliarden Kilometer langen Reise zum Asteroiden zu beschleunigen.
Kawaguchi glaubt, dass der Ionenantrieb auch diese Zusatzaufgabe bewältigen kann. Der Antrieb wurde aber nicht gebaut, um mehrfach an- und ausgeschaltet zu werden. Wichtig ist, dass die Bodenkontrolle den Kontakt zur Sonde nicht wieder verliert. Deshalb wird zunächst jedes Instrument an Bord eingeschaltet um zusätzliche Hitze zu generieren, wodurch auch der letzte Tropfen Treibstoff verdampfen soll, der sich noch an in einem Schlauch oder auf der Außenhaut der Sonde befinden könnte.
„Wir sind besorgt, dass ein weiterer unkontrollierter Treibstoffaustritt die Sonde wieder ins Taumeln bringen könnte,“ sagt Kawaguchi. Dieses Ausschwitzen wird den Rest des Jahres in Anspruch nehmen.
Anfang 2007, wenn der Asteroid der Erde wieder näher steht, wird die Leitung entscheiden müssen, ob sie die Sonde auf die dreijährige Heimreise schicken soll.
„Wir werden alles tun, um die Sonde zurückzubringen,“ sagte Kawaguchi. „Unter diesen Umständen ist es wahrscheinlich schon ein Wunder, dass wir die Sonde lenken können
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