Viele der etwa 160 bekannten Exoplaneten gehören zum Typ der heißen Jupiterplaneten, also Riesenplaneten die ihrem Zentralstern näher sind als Merkur in unserem eigenen Sonnensystem. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese Planeten genau in diesen sonnenverbrannten Regionen entstanden sind, in denen wir sie jetzt entdecken, denn dort gab es wahrscheinlich nicht genug Staub und Gas um diese Riesenwelten zu bilden.
Die Riesenplaneten entstanden vermutlich weiter entfernt und wanderten allmählich zu ihren Sternen, indem sie durch Reibung an der ursprünglichen Staubscheibe Bewegungsenergie verloren und so nach innen wanderten. Bisher glaubte man, dass diese Wanderung die Entstehung kleinerer, erdähnlicher Planeten verhindern würde, weil die Riesenplaneten deren Bausteine aus dem Sonnensystem schleudern würden, berichtet Avi Mandell von der
Pennsylvania State University.
Neuere Computersimulationen haben gezeigt, dass während der etwa 100 000 Jahre dauernden Migration etwa die Hälfte der Erdbausteine in einem Sonnensystem verbleiben könnten. Nun haben Mandell und seine Kollegen in einer Simulation errechnet, wie sich diese Bausteine über 200 Millionen Jahre weiterentwickeln.
Ungewöhnliche Umlaufbahnen
Anfangs wirft die Migration der Gasriesen die Bausteine aus ihrer Bahnebene und macht aus ihren kreisförmigen Umlaufbahnen elliptische Bahnen. Dann entfaltet jedoch das Gas in der frühen Staubscheibe des Systems seine Wirkung und bremst den Effekt, der diese chaotischen Umlaufbahnen bewirkt, sagte Mandell.
Die Objekte bewegen sich dann allmählich wieder in weniger geneigten und kreisförmigeren Umlaufbahnen und bilden Planeten wie die Erde. Einige dieser Planeten werden innerhalb der bewohnbaren Zone, also einem Bereich, in dem flüssiges Wasser und somit Leben vorkommen kann, entstehen.
„Ohne den dämpfenden Einfluss des Gases würden die Planeten auf lang gestreckten Umlaufbahnen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein, welche die Entstehung von Leben erschweren würden,“ sagt Mandell. Die Migration der Gasplaneten und der gleichzeitige Dämpfungseffekt steuert außerdem weitere Komponenten zur Entstehung von Leben auf erdähnlichen Planeten bei.
„Es ist nicht genau so vorteilhaft wie ein System in dem kein Gasriese durch die bewohnbare Zone wandert. „Aber unter den richtigen Bedingungen kann es durchaus Riesenplaneten in der Nähe des Gestirns und weiter draußen noch terrestrische Planeten geben.“
Die Ergebnisse der Studie sind vorläufig, doch spricht Mandell von einer „hohen Wahrscheinlichkeit“ für das Vorkommen von erdähnlichen Planeten in Systemen, in denen heiße Jupiterplaneten gefunden wurden und plädiert dafür, dass zukünftige Missionen nach ihnen suchen.
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