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Trekkingtour im Parque Nacional Torres del Paine
23-28. Januar 2007, Lilian Manthei. Dies war meine erste Trekkingtour und ein interessantes Erlebnis in vielerlei Hinsicht. Zunächst rüsteten wir uns einen Tag lang in Puerto Natales aus für den Trip. Wir kauften Regenhosen, noch einen zweiten langärmligen Pulli und jede Menge Essen.


Glückliche Gesichter nach der erfolgreichen Wanderung des berühmten "W" (Quelle: eine kanadische Zeltnachbarn)

Es musste alles leicht sein, da wir auf der gesamten Tour das Zeug mitschleppen mussten. Wir haben 1 Brot, 3 Käse, 1 Salami, 4 Tütensuppen, Brühwürfel, kleine Suppennudeln, 15 Müsliriegel, 2 Tafeln Schokolade, 3 Tafeln Mantecol (Erdnussbuttersuessigkeit), 4 Äpfel, 1 Paprika, 1 Gurke, Nüsse, Karamellbonbons, 2 Packungen Kräcker, Brause fürs Wasser, Vitamintabletten, 4 Rollen Kekse, Cornflakes, Schokoriegel, getrocknete Äpfel, Tee, Kaffee, Milchpulver, 2x Gummibärchen, Wasser und Klopapier mitgenommen. Das wog mehr als gedacht. Ich hatte zu meiner Kleiderausstattung (1 T-Shirt, 1 Pulli, Handschuhe, Fleecejacke) noch den Schlafsack und die Isomatte sowie Verbandszeug, Medikamente und Sonnencreme plus Fotoapparat zu schleppen. Ingo hatte dafür das Zelt und die Kochutensilien inklusive Gaskocher dabei. Ich hatte ca. 13 kg auf dem Rücken, Ingo 18 kg.

Es ging also Dienstag morgens um 7 Uhr mit dem Bus los Richtung Torres del Paine. Wir hatten verschlafen und die Chica im Hostel auch, die uns wecken sollte. Prima, erst mal abhetzen! Außerdem regnete es und ich musste gleich die Regenhose anziehen. Nach 4 Stunden Busfahrt und Parkeintritt und saßen wir dann eine halbe Stunde im Katamaran und landeten um 13 Uhr am Refugio Pehoe. Es regnete weiterhin und wir begannen unsere erste Wanderung, die in der Karte mit 3,5 Stunden angegeben war. Da es vor allem bergauf ging und die Wege wegen des Regens zu reißenden Flüssen wurden, die uns entgegen rannen, brauchten wir gute 5 Stunden.

Zunächst fragte ich mich, wie ich über die Flüsse trocken hinweg kommen sollte, doch schon bald sprang ich von Stein zu Baumstumpf und ans matschige Ufer, als hätte ich lange nichts anderes getan. Das Gepäck machte unseren Rücken zu schaffen und die Muskulatur verkrampfte. Doch wir wurden belohnt: schon beim ersten Aussichtspunkt sahen wir den Lago Grey mit schwimmenden Eisschollen und Eisbergen! Einmalig!

Wir arbeiteten uns weiter vor, bis wir den Gletscher Grey sahen, der riesig ist in den See mündet oder kalbt (sagt man echt so). Nach vielen Mühen kamen wir am Refugio Grey an, wo man auch zelten kann. Der Campingplatz liegt direkt am Gletschersee und Ingo wollte fast in das eisige Wasser, um einmal mit Eisschollen zu schwimmen. Davon konnte ich ihn abbringen, denn sobald man sich nicht mehr bewegte wurde es kalt. Und wir hatten keine Möglichkeit uns wieder aufzuwärmen.

Unser Blick vom Zelt zum See blieb unverbaut und wir genossen unseren Kaffee und anschließend die Brühe mit Nudeln. Wie lecker das schmecken kann!!! Leider fror ich die ganze Nacht, da die Kälte durch unsere Alufolien vom Boden her durchkam. Ich schwor mir noch in dieser Nacht unter den gegebenen Umständen nicht noch mal zu übernachten! Ingo löste das Problem ganz einfach, in dem er eine Isomatte für mich lieh!. (Und ich dachte wir fahren heim). Da meine Fußmuskulatur schmerzte und ich erledigt war, beschlossen wir einen ruhigen Tag einzulegen.

Die Sonne schien! Mein Körper zitterte nicht mehr! Wir wanderten ohne Gepäck weiter hinauf bis wir direkt auf die Gletschermassen blicken konnten und beobachteten sogar wie ein Teil abbrach und mit großem Getöse in den See donnerte, um in kleinen Teilen wieder aufzutauchen. Der See hat eine türkise Farbe und das Eis schimmert blau-weiß. Man kann nur erahnen wie riesig die Eismassen wirklich sind. Im Hintergrund sah man viele Berge, die alle schneebedeckt waren und auch den Gletscher speisen.

Am Folgetag wanderten wir wieder hinab und ins Nachbartal zum Camp Italiano (wir folgen dem Wanderweg W, der 5 Tage dauert). Dieses Camp ist ohne Wasser oder Bad, es ist ein Wildcampingplatz im Wald. Man pinkelt in die Büsche und holt sein Trinkwasser im Fluss (das gilt im gesamten Park). Es ist erstaunlich sauber dafür, leider nicht auf diesem Campingplatz. Als ich Mäuse sah, wollte ich nicht bleiben! In Lonely Planet steht was von Ratten, weil die Leute ihr Essen draußen liegen lassen! Ingo meinte wir seien durch das Zelt geschützt. Also ließ ich mich auf eine Nacht ein.

Am Folgetag ging es weiter hinauf ins Valle Frances, von wo aus man links Gletscherberge und rechts Granitfelsen bestaunen kann. Regelmäßig donnert es und wenn man schnell genug hinschaut, sieht man Schnee- und Eismassen ins Tal rutschen.

Anschließend wanderten wir zum nächsten Camp mit Herberge und Duschen- juchhu! Dort tranken wir abends mit Britta und Simon einen Rotwein aus dem Tetrapack (Luxus)! Die beiden radeln durch Südamerika, solange sie wollen- auch gut! Der Abend endete abrupt, als jemand "Cometa! Cometa!" rief. Alle stürzten hinaus um den gut sichtbaren Kometen Gonzalo zu bewundern.

Dann stand die Königsetappe an: das dritte und letzte Tal zu den Torres del Paine. Dazu campten wir wieder wild, putzten uns die Zähne am Fluss und kochten unsere letzte Spargelsuppe. Leider froren wir auch wieder, obwohl ich die Isomatte behalten habe. Morgens um 5 Uhr machten wir den Aufstieg, um den Sonnenaufgang zu sehen. Es war ein riesiges und steiles Geröllfeld, das wir im dunkeln hochkraxeln mussten. Nach einer Stunde des Leidens kamen wir an: die drei Torres standen vor uns. Fast senkrechte Felsen, der höchste misst 2800 Meter. Die Sonne kam gerade hinter einer Wolkendecke hervor und beleuchtete die Felsspitzen, darunter der Gebirgssee. Ein einmaliges Naturschauspiel, für das sich die Mühe tatsächlich lohnte! Ingo entdeckte mit seinen Adleraugen zwei Zelte, die an der senkrechten Felswand hingen. Die Zelte waren mit bloßem Auge nur als Punkte zu erkennen. Erst da wurde mir klar, wie groß die Torres wirklich sind.

Wir packten Zelt und Schlafsäcke ein und wanderten zum Ausgang des Parkes, um den Mittagsbus nach Puerto Natales zu erreichen. Auf dem Weg sahen wir Guanacos (Lamaart) und Flamingos.

Wir haben in den sechs Tagen Kondore und Adler gesehen. Mit Pflanzen kennen wir uns nicht so aus, aber Erbsen und Berberitze haben wir geerntet und gegessen. Die Natur ist umwerfend mit all den blauen Seen, den Schneebergen, Gletschermassen, Tieren und wilden Flüssen. Es war wie in einer anderen Welt zu sein, in der alles noch intakt ist und keiner die Umwelt zerstört. Man kann jedes Wasser, was man dort findet trinken!

Auf unseren stundenlangen Wanderungen habe ich viel nachgedacht und ich glaube ich liebe die Zivilisation! Es ist toll zu verzichten, aber auch super hier in der Stadt alles kaufen zu können, zu duschen, zu essen, eine Heizung zu haben, ein Klo, ein Bett etc. Aber ich weiß, dass ich auch primitiv leben kann und es hat auch Spaß gemacht zu wandern.
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Quelle: Ingo zur Übersicht...



Weitere Bilder

Torres del Paine

Gletscher Grey

Hängebrücke

Gletscher Grey

Verpflegung

Torres del Paine-Aufstieg

Lago Nordenskjöld

Wanderkarte




Copyright 2004-2006 Raumfahrt24.de Blog für unsere Weltreise 2007 Herausgeber: Lilian & Ingo