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Besteigung des aktiven Vulkans Villarica
20. Februar 2007, Lilian Manthei. 2840m hoch, schneebedeckt, aktiv, qualmend, das ist el Volcan Villarica hier in Mittelchile. Wir hatten uns einen Tag vorher für die Vulkanbesteigung angemeldet. Die Ausrüstung sollten wir gestellt bekommen inklusive Eispickel und Steigeisen. Während Ingo sich tierisch freute, war ich aufgeregt und konnte in der Nacht zuvor nur 2 Stunden schlafen. Noch nie hatte ich so einen Schneeberg bestiegen. Würde ich das schaffen???


Gipfelfoto Vulkan Villarica (Quelle: ein Berggeist)

Um 6.20 Uhr ging es im Bus von Villarica aus nach Pucón. Dort wurden uns Rucksäcke mit der kompletten Ausrüstung gegeben: Steigeisen, Rutschhose, Sturmmütze, Handschuhe, Jacke, Hose, Schienbeinschützer. Zudem brauchte ich Schuhe mit festen Sohlen- wegen der Steigeisen. Leider hatten sie meine Größe nicht mehr und so musste ich mit zu großen Schuhen losziehen! Da ich sie so fest binden musste um Halt zu haben, haben sie wiederum gedrückt. Fast hätte ich alles abgesagt.

Doch dann saß ich mit im Bus, der an der Liftstation des Vulkanskigebietes hielt. Wir zogen uns warm an, bekamen Eispickel in die Hand und liefen los. Normalerweise kann man das erste Stück mit dem Sessellift überbrücken, aber der fuhr nicht wegen starken Windes. Also ging es 45 Minuten durch Lavagestein und Schnee bergauf. Oben wurde uns kurz erklärt, dass wir die Helme nun aufsetzen sollten und wie wir den Eispickel zu benutzen haben.

Die Gruppen teilten sich rasch auf und wir waren vorne mit dabei mit 14 Leuten. Zunächst dachte ich, dass ich das Tempo des Schweizer Bergführers Guido nicht 4 Stunden durchhalten würde. Aber es ging gut. Es gab immer mehr Schnee und Eisplatten. Nach 2 Stunden sagte der Führer, wir hätten bereits die Hälfte geschafft-puh! Wir machten immer nur kurze Pausen von 5 oder 10 Minuten zum Essen und Trinken und Umziehen. Es wurde schnell kalt im Stehen und so liefen wir rasch weiter. Die Führer sagten, es kämen viele Schwefel- und Chlorgase vom Vulkan und deshalb sei es zu ungesund bis zum Krater zu laufen. Doch wir probierten es an der Ostseite und dort schien es besser zu sein. Wir hielten auf einer eisigen Schräge, aßen kurz was und zogen alles an: Sturmmütze, Windhose, Beinschoner drüber. Oben sollte die Luft so unangenehm sein, dass wir alles hier erledigen sollten. Das war allerdings ein Kunststück im Wind und auf Eis!

Der Schnee wurde immer tiefer. Ich folgte den Fußstapfen meines Vordermannes. Mit dem Eispickel sicherte ich mich bergan. Falls man abrutscht, muss man den Pickel ins Eis rammen und hat wieder Halt. Ob man das beim Absturz schafft und daran überhaupt denkt?

Irgendwann hieß es, in 35 Minuten seien wir oben. Da hatte ich keine Kraft mehr. Ich rutschte dauernd im Tiefschnee von den Fußstapfen ab. Ich hielt an und dachte, ich schaffe es nicht. Die Nase lief ununterbrochen, der Helm und die Mütze engten mich ein, die Gase stachen bei jedem Atemzug in Nase, Rachen und Augen.

Was nun? Zurückgehen konnte ich nicht allein. Warten wäre wegen der Kälte unmöglich. Ingo sagte, ich solle Pausen machen und mein Tempo gehen. Das half. Ich sah mich um. Viele waren schon zurückgeblieben. Hinter uns waren nur noch 5 Leute. Also ging ich Schritt für Schritt weiter und schaute nicht nach oben. Plötzlich stand Guido da und schüttelte mir die Hand: ich war oben!!!

Man konnte in den Krater hineinsehen und es brodelte und dampfte dort drinnen. Frische Lava gab es heute leider nicht. Der Wind war brutal und fast schubste er mich in den Krater hinein. Schnell noch ein Foto mit eisigen Fingern gemacht. Die Gase waren so unerträglich, dass wir nach 10 Minuten unsere Abrutschhosen (eine Art zusätzlicher Lendenschurz) anzogen und bergab gingen.

Nach wenigen Metern erreichten wir den ersten Abhang, an dem es bereits eine vorgefahrene Bobbahn gab. Wir rutschen auf dem "Bobbes" hinunter. Das war eine Gaudi! An einer Gletscherspalte machten wir Halt (wenn man sich nicht auskennt, fällt man da glatt rein) und danach ging es auf Ingos Isomatte weiter bergab!

Von unten sah man erst mal wie steil die Hänge waren, die wir erklommen hatten! Viele Gruppen kamen gar nicht bis zum Gipfel und sind vorher umgekehrt. Und viele kamen erst noch. Ist halt nicht jeder so schnell wie wir! Angegeben war Sessellift+ 4,5 Stunden, wir brauchten insgesamt nur 4! Es war unvergesslich und macht mich sehr stolz!
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Quelle: Ingo zur Übersicht...



Weitere Bilder

Talstation Villarica

Wolken im Tal

Da müssen wir rauf

Ingo

Blick in den Krater

Bald sind wir unten!

Vulkan Villarica




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