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Weltreise 2007
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Mongolische Steppe
21. Juni 2007, Lilian Manthei. Wir sind zurueck aus der Wildnis der Mongolei! Drei Tage und 2 Naechte haben wir da draussen verbracht nur mit dem mongolischen Fahrer Erka(der auch ein bisschen Englisch kann) und dem Minibus und Zelt. Wir hatten ueber 30 Grad und herrliche Landschaft! Ueberall Huegel und Berge, die nur mit trockenem braunen Gras bewachsen sind und fast aussehen wie Sandduenen. Bis in die Wueste Gobi haben wir es aber nicht geschafft.


Kloster Erdene Zuu (Quelle: Wikipedia, Bernd_vdB )



Die Tierherden, Schafe, Ziegen, Kuehe, Pferde, Kamele, Yaks weiden ohne Zaun ohne alles, frei lebend: ein Paradies! Insbesondere die Kamele finden aber manchmal wochenlang nicht nach hause, weil sie irgendwelchen Weibchen hinterherjagen. Das bedeutet Stress fuer die Nomadenmaenner, die sie dann wieder einfangen muessen.

Am 1. Tag besuchten wir einen Nationalpark, in dem wilde Pferde leben (Przewalskipferde). Wir kraxelten bei der Hitze einen Huegel hoch, um auf 200m heran zu kommen. Ausserdem sahen wir ein Murmeltier, das sie hier als Spezialitaet zubereiten! Dazu werden die Innereien entnommen und zusammen mit heissen Steinen wieder in das Tier geschoben und so gegart.

Wir schliefen in einem wunderschoenen Tal, umrahmt von Bergen, unter klarem Sternenhimmel im Zelt. Abends trafen wir noch 2 Franzosen und ihren Fahrer, mit denen wir unseren Vodka teilten (auf Nachfrage war "avec plaisir" die Antwort). Franzosen trinken eben auch gerne wie wir wissen.

Am 2. Tag besuchten wir morgens eine Nomadenfamilie in ihrem Ger! Sie boten uns Milchtee (Milch, gruener Tee, Salz, Butter) und Ayrak (gegorene Stutenmilch vom letzten Herbst) an.

Ersteres schmeckt, letzteres brachten wir nicht runter, es war wie total saure Milch!

Danach ritt Ingo eine Runde auf einem Pferd mit Holzsattel, waehrend ich bei den Laemmern blieb und mich mit der kleinen Tochter anfreundete. Leider verstand ich kein Wort, von dem was sie mir sagte. Trotzdem laechelte sie, legte mit das kleinste Lamm auf den Arm und redete weiter auf mich ein!

Anschliessend kuehlten wir uns an einem Fluss ab und besuchten das Lama Kloster in Karakorum. Hier hatten wir eine gute Fuehrung und erfuhren viel ueber die buddhistische Lamakultur. Der Ort Karakorum besteht aus Jurten, Holzhaeuschen und Staubwegen. Wir hatten Spass auf dem kleinen Markt, wo wir unbedingt neues Wasser kaufen mussten. Wir hatten einiges verschenkt, da es das Wichtigste zum Ueberleben und doch so rar ist.

Wir fragten abends einfach bei einer Nomadenfamilie an, ob wir in ihrem Ger uebernachten duerfen. Die Familie war einverstanden und zog in ihr kleineres Lager-Ger um. Aber die Grossmutter schlief und schnarchte bei uns im Ger! Die ganze Grossfamilie, die in umliegenden Gers wohnt, kam, um uns zu begucken. Wir kochten diesmal sicherheitshalber unser Gemuese und alle starrten darauf. Ich verteilte fast alles, bevor wir es im Kochtopf hatten. Auch auf Bonbons und Schokolade waren die Kinder heiss. Und auf Wasser! Die Oma nahm uns alles ab. Nirgends gibt es hier Wasser, Klo ist die Natur und Haendewaschen ein Fremdwort. Zum Glueck hatten wir genug Gastgeschenke eingekauft!

Die Maenner haetten auch gerne den Gaskocher und die Kamera gehabt, so wie sie wortlos minutanlang darauf starrten! Es war schon fast unangenehm. Die Familie ass fette Hammelsuppe mit Nudeln. Das Fleisch war 5 Monate alt und getrocknet worden. Zuvor hielten sie es uns unter die Nase und wollten, dass wir mitessen. Alle kamen und sassen auf dem Boden, auf den Betten etc. und schluerften! Wir assen unsere Nudeln und hatten uns an die Blicke gewoehnt. Wir bekamen von dem stolzen Vater die juengsten Laemmer auf die Arme, danach noch Zwillingsziegen, die recht gross und schwer waren! Waehrend die Kinder die Herde ins Gatter trieben, molk die Mutter die Kuehe. Es war ein herrlicher Sonnenuntergang in der Wildnis!

Das runde Ger hatte ca. 5 Durchmesser, besteht aus Filz und Leinen, die ueber ein Holzgittergestell gespannt sind. Es gibt eine sehr niedrige Hoztuer mit Rahmen. In der Mitte steht ein Ofen und der ist heilig. Im Ger standen ausserdem 3 Betten, ein Tisch und 3 Schraenke mit Fotos der Familie (Hochzeitsbilder aus Ulanbator, der verstorbene Opa) darauf. Die Moebel sind bunt bemalt, der Bauernmalerei bei uns recht aehnlich. Es ist ganz gemuetlich und ich schlief gut! Unser Fahrer Erka zog aus, da die Oma so laut schnarchte. Allerdings traute ich mich nachts erst nicht raus (aufs Klo) wegen der Hunde. Diese greifen alles an, was sich dem Ger wieder naehert! Aber sie waren weit weg und bellten wahrscheinlich Woelfe an. Der Sternenhimmel war sehr beeindruckend!!! V.a. die Venus.

Am Morgen fuhren wir nach einem Abschiedstee, Erinnerungsfotos und einer aerztlichen Behandlung der Oma weiter. (Sie wollte ihre Augentropfen schlucken! Da tropfte ich sie ihr in die Augen). Sie war sehr gleucklich. Am 3. Tag 300km Rueckfahrt ueber Schotterpisten! Wie nahmen ein Maedchen mit Mumps und ihre Mutter mit ins Krankenhaus, dafuer bekamen wir zunaechst einen Tee und Kekse im Ger. Das Maedchen ist 9 und spricht schon etwas Englisch! Endlich mussten wir nicht nur mit Haenden und Fuessen reden... In Ulanbator: Hostel, Dusche, Laundry, Internet, Khan Braeu und Pizza, Zivilisation!!!
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Quelle: Ingo zur Übersicht...



Weitere Bilder
Wikipedia, Matthew Mayer, 2005
Transmongolische Eisenbahn



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