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Weltreise 2007
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Mit der Transsib durch Russland
01. Juli 2007, Lilian Manthei. Der Abschied von der Mongolei fiel uns einerseits nicht mehr so schwer wegen des Diebstahls in Ulanbator, andererseits hatten uns unsere Hostelfamilie und der Fahrer Erka (von der Tour durchs Land) so herzlich am Bahnhof verabschiedet, dass es schon ein bisschen traurig war..


Baikalinsel Olchon vergroessern (Quelle: Peer)



Der Zug in Richtung Irkutsk wartete und die 'Provodnitsa', die Frau, die fuer unseren Wagen zustaendig war, kontrollierte die Paesse und Visa.

Wir teilten uns das Abteil mit einer mongolischen Frau und ihrem Sohn. Er war sehr an uns interessiert, stellte viele Fragen und sprach gut Englisch. Wir hatten die oberen beiden Betten gebucht, das haben wir fuer uns entdeckt. Denn da oben hat man seine Ruhe, wenn auch keinen Tisch zum Essen.

In der Mongolei sahen wir einen grossen Buschbrand, der auf ein kleines Dorf zulief. Solche Feuermassen habe ich noch nie gesehen. Es waren mehrere mit Gras bewachsene Berge betroffen. Der Zug rauschte weiter.

Die Grenzpassage dauerte insgesamt 11 Stunden. Es wurden Waggons an- und abgehaengt und man durfte ab und zu aussteigen und aufs Klo gehen. Sehr gnaedig! Manchmal wurde die "Provo", wie ich sie nenne, aber auch sehr wuetend, wenn jemand ohne zu fragen ausgestiegen war. Ingos neues Visum war OK, wir kamen durch. Unser Mongoleivisum war gerade bis dato gueltig!

Sibirien, wenn auch das suedlich Ende, im Fruehsommer. Die Landschaft wurde gruener und gruener, die Orte bestanden aus kleinen Holzhuetten, manchmal nur so gross wie eine Garage und freilaufenden Tieren.

Nach 2 Naechten und einem Tag kamen wir in Irkutsk an. Unsere Mitreisenden aus dem Abteil halfen uns noch zu erfragen, wo wir die naechsten Zugtickets nach Novosibirsk keufen koennen. Wieder ein Land, in dem wir die Sprachen nicht sprechen. Aber es gibt einige Parallelen zum Deutschen und so gewoehnte ich mir an nicht Englisch, sondern Deutsch zu reden. 'Butterbrot' gibt es naemlich auch in Russland!

Mit der Tram fuhren wir zum Busbahnhof und mit dem Minibus 8 Std. nach Olchon Island, der groessten Insel im Baikalsee. Ingo wurde mit Vodka und fetter Salami von den Mitreisenden verkoestigt. Mir blieb das erspart.

Sie machten so eine Art Pilgerfahrt und hielten an jedem Gebetspflock an, um Vodka zu trinken. So kamen wir nur langsam voran! Mit der Faehre gings dann nach Olchon.

Im Ort Khuzhir gab es staubige Sandstrassen, Bretterbuden, schicke Haeuschen, Kuehe auf der Dorfstrasse und eine Touristenunterkunft, aus der wir nach einer Nacht fluechteten. Dort gab es zwar leckeres Essen (meist Fisch aus dem See) und abends Lagerfeuer, aber der Preis war uns zu hoch und als ein Reisebus mit Deutschen ankam, bedeutete das fuer uns Flucht. So kamen wir bei Olya privat unter und kochten selbst. Verstaendigung ging nur mit Haenden und Fuessen, aber egal. Als ich mit meiner Erklaeltung im Bett lag, feuerte sie den Ofen an und fragte, ob ich "Tablettski" habe. Daraufhin zeigte ich ihr meine Medikamentensammlung und sie schien beruhigt.

Tagsueber spazierten wir an den Sandstraenden entlang, sonnten uns im kuehlen Wind und genossen die tuerkiese Farbe des Sees, der so gross wie ein Meer zu sein scheint. Er ist der groesste Frischwassersee der Welt und hat ein eigenes Mikroklima. Es gibt dort zB Seerobben, die man ja sonst nur im Meer findet. An der tiefsten Stelle ist er 1637m tief! Obwohl der See nur ca. 7 Grad hatte, ging Ingo zweimal baden (fuer 10 Sekunden)!

Wir lernten Peer kennen, einen lustigen Hamburger, der ueber Rostock und Moskau seine Weltreise begonnen hatte. Mit ihm verbrachten wir einige nette Stunden und begleiteten ihn am Anfang seiner Trekkingtour.

Wir machten einen Ausflug mit dem Minibus in den Norden der Insel mit, wo wir auf tollen Klippen herumkraxelten und tatsaechlich Robben sahen! Mittags kochte unser Fahrer Fischsuppe und Tee ueberm Feuer!

Die Landschaft ist einfach atemberaubend schoen! Es gibt Schneeberge, sanfte, gruene Huegel, bizarre Felsen, blaues Wasser, bunte Pflanzen und weisse Sandstraende.

Nach den Spaziergaengen waermten wir uns in der 'banya', der russischen Sauna, auf. Die heissen Aufguesse taten doppelt gut, da ich erkaeltet war.

Nach einer Woche Erholung fuhren wir von Irkutsk weiter nach Novosibirsk. Wieder 2 Naechte und einen Tag Reiserei. Wir gingen ins Zugrestaurant und lernten einen russischen Soldaten kennen, der nach 1 Jahr Militaerdienst zum ersten Mal Urlaub hatte und heim fuhr. Er zeigte uns Fotos vom Militaer und der Familie und lud uns zu Bier und Schnaps ein. Zum Glueck war Horst da, ein Oesterreicher, den wir zuvor kennengelernt hatten, und der uebersetzte. Als Horst ging, verabschiedete ich mich auch. Ingo kam 3 Stunden spaeter stockbesoffen an und fiel in einen tiefen Schlaf.

In Novosibirsk lernten wir am Fahrkartenschalter Jevgeni kennen, der uns die Stadt zeigen wollte. Ich wollte erst mal meine Ruhe haben, Kaffee trinken, ins Internet, aber er liess sich nicht davon abbringen! Im Cafe warteten wir auf seinen Freund Sergej, der uns mit seinem Minibus die Stadt zeigte und sich den Tag einfach frei nahm. Oper, Theater, Regierungsgebaeude, dann assen wir Pizza. Jevgeni trank sein 2. Bier. Anschliessend fuhren wir in den Zoopark und schauten uns Tiere an. Als wir den Eintritt zahlen wollten sagten sie, sie seien heute die Eltern, wir die Kinder und Jevgeni kaufte eine Familienkarte.

Das Highlight waren die poppenden Loewen und der Autoreifenfressende Braunbaer!

Es war ein schoener Tag mit sehr netten Leuten (findet man die auch bei uns?). Im Zug warteten bereits die naechsten neuen Freunde Alexandr und Swetlana...
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Quelle: Ingo zur Übersicht...



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