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Trekking im Tien-Shan Gebirge
10. Juli 2007, Lilian Manthei. Unser Vorhaben: Sieben Tage Trekkingtour in das Hochgebirge Tien Shan am Issyk-Kul See in Kirgistan. Im Ort Karakol haben wir unsere Vorbereitungen getroffen. Der Einkauf auf dem Sonntagsmarkt, Auffuellen der Gaskartusche und Kauf einer Trekkingkarte im Tourismusbuero.


Der Ala-Koel See vergroessern (Quelle: Lilian)



Dann packten wir um und lagerten alles Ueberfluessige im Hostel von Yak Tours. Am Montagmittag war alles erledigt und wir starteten mittags mit dem Taxi in den Nachbarort Ak-Suu.

Unsere Rucksaecke waren wie immer viel zu schwer (ca. 18 und 14 kg) mit Essen, Schlafsaecken, Klamotten, Zelt, Kochgeschirr und Gaskocher. Aber die Sonne schien und wir wanderten das Tal hinauf. Wir begegneten unterwegs einer Trekkinggruppe aus Frankfurt und da ich mein "Frankfurt"-T-Shirt anhatte kamen wir gleich ins Gespraech mit Jochen und Barbara.

Sie haben die Tour, die wir planten entgegengesetzt gemacht und erzaehlten uns von dem steilen Pass und dem Geroell. Stoecke waeren gut fuer dem Abstieg, aber es sei auch so "machbar"! Barbara ist auch Aerztin und so quatschten wir uns fest!

Nach 3,5 Stunden Wanderzeit kamen wir in Altyn Arashan an, einem Ort mit 4 Haeusern und heissen Quellen. Da es nun regnete, fragten wir in der ersten Huette nach einem Tee und dazu bekamen wir ein Uebernachtungsangebot und Abendessen fuer wenig Geld. Angenommen!

Das Highlight war nach dem ausgezeichneten Essen (Pilzsuppe, Gemuese mit Reis und Tee mit Waffeln) das Bad in der Huette mit heissem Quellwasser. Zwischendurch sind wir in den eiskalten Fluss gesprungen und dann wieder ins ca. 40 Grad heisse Nass!

Am naechsten Morgen sind wir das Tal weiter hinauf gewandert. Vorbei an gruenen Wiesen und Weiden, wo die Tiere frei herumgrasen und von den Nomaden zu immer neuen Weideplaetzen getrieben werden. Der Weg war oft nass, da der Fluss die Wiesen durchtraenkte und so hatte ich schnell nasse Fuesse. Es wurde zum Abend- und Morgensport die Schuhe und Einlagen in der Sonne oder am Feuer zu trocknen.

Wir zelteten auf einer Anhoehe und hatten einen tollen Blick auf das Tal und die Pferdeherden. Unsere Nachbarn, die Murmeltiere quiekten fuerchterlich, wenn sie uns sahen. Warum nur?

Am Tag 5 starteten wir die harte Tour ueber den Pass. Zunaechst wurden wir von zwei Nomadenfamilien aufgehalten, an deren Sommerzeltlager wir vorbeikamen. Sie wollten uns zu Kefir und Vodka einladen und auch zum Uebernachten. Aber wir hatten einen langen Weg vor uns und so haben wir nur noch Fotos gemacht, darauf hatte der Vater bestanden, und unser vorletztes Snickers verschenkt. Seufz!

Wir folgten einem Kirgisen, der auch das Tal hochlief und uns den Weg zeigte. Dazu kam ein Nomade, der 700 Ziegen und Schafe den Berg hinauftrieb (wir waren 2 davon). Nach 6 Stunden bergangehen standen wir vor dem steilen Geroellhaufen: dem Ala Koel Pass (3860m). Mein erster!

Es gewitterte und ich hatte Todesangst vor Blitzen und vorm Abrutschen in die Tiefe. Wir sahen niemanden, der sich hier hochschleppte und ich dachte, dass jeder Guide bei solchem Wetter abbrechen wuerde. Also haben wir auf mein Draengen hin das Gewitter an einem grossen Felsen abgewartet und waehrend dessen einen tollen Doppel-Regenbogen im Tal gesehen!

Es ging noch 200 Meter fast senkrecht hoch, 2/3 jeden Schrittes rutschte man wieder bergab. Ich hatte keinen Bock mehr und schrie meinen Frust raus. Die letzten Meter gingen wir nebeneinander: Endlich- im anderen Tal sahen wir einen tuerkiesen Gletschersee mit Schneebergen drumherum! Wow!!! Hatte sich wohl doch gelohnt! Die 300 Hoehenmeter bergab konnte man fast rutschen.

Am Ufer des Ala Koell Sees (3510m) haben wir gezeltet und am Morgen schien die Sonne, so dass ich baden war (1 Sek bei 5 Grad)!

Leider kam dann mittags der Dauerregen, so dass wir total durchnaesst nicht nochmal zelten konnten, da auch die Schlafsaecke nass waren. Wir sind nochmal 6 Stunden durch Geroell bergab gegangen und dann nahm uns ein Lkw voller Waldarbeiter auf der nassen Ladeflaeche mit. Es gab nichts zum Festhalten und der fuhr durch Schlagloecher etc. Die Haende waren eiskalt, erstarrt und nass wie alles, die Rucksaecke lagen in der Schlammpfuetze. Irgendwann kamen wir an und hatten ein warmes Bett.

Die Sachen trocknen nach 3 Tagen immernoch im Garten auf der Leine! Aber alles ist gut, die Hostelmutter kocht fuer uns (soll das beste Essen im Ort sein) und wir sind warm untergebracht.

Morgen starten wir nach Bishkek (Hauptstadt) und weiter ueber Osh nach China (Kashgar). Die rotzenden, draengelnden, aber freundlichen Chinesen vermisse ich schon sooo...
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Quelle: Ingo zur Übersicht...



Weitere Bilder

Pferdeherde

Ak-Suu Tal

Nomadenfamilie

Blick zurueck im Gewitter

Am See

Die letzten Meter

Der Pass vor uns



Copyright 2004-2006 Raumfahrt24.de Blog für unsere Weltreise 2007 Herausgeber: Lilian & Ingo