Dann packten wir um und lagerten alles Ueberfluessige im Hostel von Yak
Tours. Am Montagmittag war alles erledigt und wir
starteten mittags mit dem Taxi in den Nachbarort
Ak-Suu.
Unsere Rucksaecke waren wie immer viel zu schwer (ca.
18 und 14 kg) mit Essen, Schlafsaecken, Klamotten,
Zelt, Kochgeschirr und Gaskocher.
Aber die Sonne schien und wir wanderten das Tal hinauf.
Wir begegneten unterwegs einer Trekkinggruppe aus
Frankfurt und da ich mein "Frankfurt"-T-Shirt anhatte
kamen wir gleich ins Gespraech mit Jochen und Barbara.
Sie haben die Tour, die wir planten entgegengesetzt
gemacht und erzaehlten uns von dem steilen Pass und
dem Geroell. Stoecke waeren gut fuer dem Abstieg, aber
es sei auch so "machbar"! Barbara ist auch Aerztin und so quatschten wir uns
fest!
Nach 3,5 Stunden Wanderzeit kamen wir in Altyn Arashan
an, einem Ort mit 4 Haeusern und heissen Quellen. Da
es nun regnete, fragten wir in der ersten Huette nach
einem Tee und dazu bekamen wir ein
Uebernachtungsangebot und Abendessen fuer wenig Geld.
Angenommen!
Das Highlight war nach dem ausgezeichneten Essen
(Pilzsuppe, Gemuese mit Reis und Tee mit Waffeln) das
Bad in der Huette mit heissem Quellwasser.
Zwischendurch sind wir in den eiskalten Fluss
gesprungen und dann wieder ins ca. 40 Grad heisse
Nass!
Am naechsten Morgen sind wir das Tal weiter hinauf
gewandert. Vorbei an gruenen Wiesen und Weiden, wo die
Tiere frei herumgrasen und von den Nomaden zu immer
neuen Weideplaetzen getrieben werden. Der Weg war oft
nass, da der Fluss die Wiesen durchtraenkte und so
hatte ich schnell nasse Fuesse. Es wurde zum Abend-
und Morgensport die Schuhe und Einlagen in der Sonne
oder am Feuer zu trocknen.
Wir zelteten auf einer Anhoehe und hatten einen tollen
Blick auf das Tal und die Pferdeherden. Unsere
Nachbarn, die Murmeltiere quiekten fuerchterlich, wenn
sie uns sahen. Warum nur?
Am Tag 5 starteten wir die harte Tour ueber den Pass.
Zunaechst wurden wir von zwei Nomadenfamilien
aufgehalten, an deren Sommerzeltlager wir vorbeikamen.
Sie wollten uns zu Kefir und Vodka einladen und auch
zum Uebernachten. Aber wir hatten einen langen Weg vor
uns und so haben wir nur noch Fotos gemacht, darauf
hatte der Vater bestanden, und unser vorletztes
Snickers verschenkt. Seufz!
Wir folgten einem Kirgisen, der auch das Tal hochlief
und uns den Weg zeigte. Dazu kam ein Nomade, der 700
Ziegen und Schafe den Berg hinauftrieb (wir waren 2
davon). Nach 6 Stunden bergangehen standen wir vor dem
steilen Geroellhaufen: dem Ala Koel Pass (3860m). Mein
erster!
Es gewitterte und ich hatte Todesangst vor Blitzen und
vorm Abrutschen in die Tiefe. Wir sahen niemanden, der
sich hier hochschleppte und ich dachte, dass jeder
Guide bei solchem Wetter abbrechen wuerde. Also haben
wir auf mein Draengen hin das Gewitter an einem
grossen Felsen abgewartet und waehrend dessen einen
tollen Doppel-Regenbogen im Tal gesehen!
Es ging noch 200 Meter fast senkrecht hoch, 2/3 jeden
Schrittes rutschte man wieder bergab. Ich hatte keinen
Bock mehr und schrie meinen Frust raus.
Die letzten Meter gingen wir nebeneinander: Endlich-
im anderen Tal sahen wir einen tuerkiesen Gletschersee
mit Schneebergen drumherum! Wow!!! Hatte sich wohl
doch gelohnt! Die 300 Hoehenmeter bergab konnte man
fast rutschen.
Am Ufer des Ala Koell Sees (3510m) haben wir gezeltet
und am Morgen schien die Sonne, so dass ich baden war
(1 Sek bei 5 Grad)!
Leider kam dann mittags der Dauerregen, so dass wir
total durchnaesst nicht nochmal zelten konnten, da
auch die Schlafsaecke nass waren. Wir sind nochmal 6
Stunden durch Geroell bergab gegangen und dann nahm
uns ein Lkw voller Waldarbeiter auf der nassen
Ladeflaeche mit. Es gab nichts zum Festhalten und der
fuhr durch Schlagloecher etc. Die Haende waren
eiskalt, erstarrt und nass wie alles, die Rucksaecke
lagen in der Schlammpfuetze. Irgendwann kamen wir an
und hatten ein warmes Bett.
Die Sachen trocknen nach 3 Tagen immernoch im Garten
auf der Leine!
Aber alles ist gut, die Hostelmutter kocht fuer uns
(soll das beste Essen im Ort sein) und wir sind warm
untergebracht.
Morgen starten wir nach Bishkek (Hauptstadt) und
weiter ueber Osh nach China (Kashgar). Die rotzenden,
draengelnden, aber freundlichen Chinesen vermisse ich
schon sooo...
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