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Weltreise 2007
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Mindoro South-Tour
28. Oktober 2007, Puerto Galera, Lilian Manthei. Nach 14 Tagen Arbeiten in der Rolling Clinic (RC) in Manila, habe ich nun auch die 10 Arbeitstage in Mindoro South hinter mir. Gerade habe ich 4 Tage frei, die ich am Strand in Puerto Galera verbringe, bevor es erneut 10 Tage an die Arbeit geht. Dann im Norden.


Lilian ist stolz auf den Bus! vergroessern (Source: Lilian)



Ich wohnte mit dem staff in einem Haus, wobei vieles draussen im Hof und Garten stattfand. Der doctor room ist vergleichsweise komfortabel gegenueber den 2 Raeumchen, in denen 6 Leute auf dem Fussboden schlafen. Ich hatte ein Bett mit Moskitonetz, einen Ventilator, einen Tisch und einen Kleiderschrank fuer mich. Und ganz wichtig: eine Rueckzugsmoeglichkeit am Abend.

Der erste Tag war Anreisetag aus Calapan, danach ging es 9 Tage infolge, jeden Morgen um 7 Uhr mit der RC in die Doerfer der Mangyans. Die Fahrtzeit betrug meistens eine Stunde mit dem 4WD durch Fluesse, Berge, Schlammfelder, herrliche Bananen- und Kokospalmenhaine, am Meer entlang und manchmal blieben wir stecken oder erreichten den Ort nicht, da der Fluss zu viel Wasser hatte.

Ich sass vorne, neben Fahrer Zaldy, der immer sicher chauffierte und hinten die 4 Maedels: Gina, meine Interpreterin, Rolene und Jessica fuer die Admission und Pharmacy und Lina, die fuer Tbc Patienten zustaendig ist. Es wurde viel gelacht und geredet auf den Fahrten, viel davon in Tagalog und nur wenig in Englisch. Da kommt man sich manchmal schon ausgeschlossen vor...aber sie koennen auch nicht meinetwegen nur Englisch sprechen.

Ganz klar ist aber die Rolle des Arztes als Team Captain, der alle wichtigen Entscheidungen zu treffen hat (sofern er versteht worum es geht, was machmal schwierig ist) und immer respektvoll mit "doctora" (spanisch ausgesprochen) angeredet wird.

Die Bambushuetten, kleinen Privathaeuser oder Kirchen, in denen wir die Sprechstunde abhielten, waren immer sauber und annehmbar. Dagegen sind die Patienten oft schwarz vor Dreck, da sich die Mangyans traditionsgemaess nicht waschen. Das bedeutet, dass man viel Aufklaerungsarbeit leistet, Hygiene, Familienplanung und Ernaehrung betreffend. Viele Saeuglinge sind unterernaehrt und haben dazu schlimme Infekte oder Hauterkrankungen. Denen kann man dann am ehesten helfen mit milk supply, Antibiotikum und Vitaminen. Chronisch Kranke bekommen dagegen oft nur Schmerzmittel als symptomatische Therapie, da alles Andere zu teuer waere.

Schlimme superinfizierte Wunden bis auf den Knochen und viele dicke Wurmbaeuche (wormbellys) habe ich gesehen.

Wir wurden von den lokalen Helfern immer sehr gut aufgenommen und sie halfen uns sehr. In einem Ort lebt ein hollaendischer Ex-Priester, Antoon Postma, der mit einer Mangyan verheiratet ist. Er lebt seit 50 Jahren hier und hat Buecher ueber die Mangyankultur geschrieben. Er widmete mir eines davon und erzaehlte von seinem bewegten Leben, was mich sehr beeindruckt hat

Am Abend waescht und kocht das Team und fuellt die Medikamente nach, waehrend ich mich ausruhen durfte.

3 Patienten habe ich ins District Hospital nach Roxas eingeliefert. Einen Jungen, der seit 3 Tagen erbrach und ausgetrocknet war, einen Verdacht auf blutendes Magengeschwuer und einen gelben Patienten mit Gallensteinleiden. Ich war hinterher bekannt wie ein bunter Hund in dem Krankenhaus, liess mir alles zeigen und sprach immer gleich mit dem Arzt. Es gibt dort nur einen, der 11 Tage lang 24 Std. am Tag Dienst schiebt! Die Krankenschwester begruesste mich immer herzlich und wollte, dass ich dort als Aerztin arbeite, da sie Aerztemangel haben (wer nicht).

Unsere Patienten kamen in den "Minority wing", den Fluegel fuer die Mangyans. Dort gab es nur Holzbetten ohne Matratze und ein versifftes Klo. Wir kauften einige Male Reis, damit sie nicht hungern und deshalb wieder fluechten. Die Patienten muessen ihr eigenes Essen mitbringen. Ausserdem liessen wir taeglich Medikamente da, da diese auch von den Patienten bezahlt werden muessen, wir aber die Mangyans damit kostenlos versorgen.

Wenn kein Arzt da war, habe ich die Blutuntersuchung im Emergency Room angeordnet und die Medikation bestimmt. Bis ich gemerkt habe, dass man das sogar von mir verlangt, das hat eine Weile gedauert. In Deutschland uebernimmt das der aufnehmende Arzt! Aber gut, ich lerne dazu.

Leider ist ausser Roentgen und intravenoeser Therapie von dem Krankenhaus nichts zu erwarten, so dass wir 2 Patienten (darunter ein junger Familienvater mit Tatanuskraempfen) weiter nach Calapan transportiert haben. Der arme Zaldy hat 3 mal die 2-3 stuendige Fahrt auf sich genommen. U.a. auch weil wir einen Achsenbruch hatten und er das Ersatzteil besorgen musste. So hatte ich einen Tag frei.

Zum Abschied habe ich das Team in eine Strandbude zum Karaokeabend eingeladen. Es war sehr lustig!! Wir spielten Beachvolleyball, grillten Fisch, schwammen, tanzten und sangen. Ein echt philippinischer Abend!

Die Arbeit macht Spass und erscheint mir sehr sinnvoll. Ich denke das Team ist sehr gut organisiert, die Medikamentenauswahl ausreichend und damit die Versorgung im Rahmen der Basismedizin gut. Vermisst habe ich nur eine chirurgische Abteilung in der Naehe!

Ich denke viel nach ueber die Armut hier im Land und wie man den Menschen noch besser helfen kann. Ich denke die Spendengelder von "Aerzte fuer die dritte Welt" kommen wirklich da an, wo sie hin sollen- zum Patienten. Wer also zu Weihnachten etwas spenden moechte, kann es hier sinnvollerweise tun:

www.aerzte3welt.de

Ich freue mich auf die letzten 2 Wochen mit dem Nordteam in Calapan!!!

Es wird bestimmt nicht mein letzter Einsatz gewesen sein!
Quelle: Ingo zur Übersicht...



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