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Borneo, eine Insel- 3 Länder
03. Januar 2007, Lilian Manthei. Mit Lion Air flogen wir von Lombok nach Banjarmasin, Kalimantan, Borneo. Da unser Gepäck nicht ankam, suchten wir bequem mit leichtem Rücken zu Fuss ein Hotel. Aber so einfach war das nicht: das empfohlene war ein Drecksloch, die nächsten 5 alle ausgebucht oder zu teuer. Endlich hatten wir nach langem Marsch ein Zimmer und das Gepäck wurde tatsächlich nachgeliefert.


Im Urwald von Borneo vergroessern (Source: Lilian)



Kalimantan ist schwer zu bereisen, wenn man keinen Guide oder eine organisierte Tour gebucht hat, da niemand Englisch spricht. Zum Glück hat Ingo seit Januar Indonesisch gelernt und seine Kenntnisse sind so gut, dass wir alleine zurechtkamen. Wir fanden heraus, dass alle geplanten Flugverbindungen nicht mehr existieren, also änderten wir die Route. Nach 16 Stunden Busfahrt waren wir in Samarinda, im Nordosten Kalimantans. Auch diese Stadt war, wie Banjarmasin, dreckig, voller toter Ratten auf den Strassen, unfertigen Bürgersteigen (die mich zu Fall brachten) und ohne Hilfe für Touristen. Im Hotel bekamen wir ständig Zettel zugesteckt, auf denen Guides ihre Dienste anboten. Für uns unerschwinglich teuer! Also organisierten wir selbst eine Flussfahrt auf dem Mahakam River in den Dschungel zu den Dayakpeople, den Urvölkern.

Wir verbrachten also insgesamt 6 Tage und Nächte auf einem Boot und in abgelegenen Hostels in den Dörfern am Mahakam River. Die Menschen leben direkt an der Lebensquelle und nutzen sie zum Waschen von Kleidung, Geschirr, Körpern, als fließenden Abfalleimer für jeglichen Müll, als Nahrungsquelle (Fischen) und als Toilette. Zudem werden hier die Regenwälder noch radikal abgeholzt und uns kamen riesige Frachtschiffe voller Holz entgegen.

Die Menschen waren sehr aufgeschlossen und interessiert an uns, da sie selten Touristen sehen. Ingo konnte immer nette Gespräche führen. Eine Frau, bei der wir abends Wild aßen, erzählte uns ganz stolz, dass sie genug Geld gespart hatte, um einmal in ihrem Leben nach Mekka zu fahren.

Wir besuchten eine muslimische Schule, wo wir mit den Kindern Englisch reden sollten. Sie konnten uns auf der Weltkarte weder Deutschland noch Indonesien zeigen, waren aber sehr süß!

Das Essen war einfach. Es gab fast nur Nasi Goreng (gebratener Reis mit Gemüse und Ei) oder Jackfruit in Kokosmilch oder Chicken. Aber man passt sich an die Gegebenheiten an und wir wurden immer satt. Außerdem war es so heiß, dass man oft nicht viel Hunger hatte (Ingo schon).

Nach dieser Woche ging es mit Batavia Air, Bus und Boot nach Malaysia (Borneo). In Sandakan besuchten wir das Orang Utan Rehabilitationszentrum. Dort werden Orang Utans geimpft, versorgt, aufgepäppelt und dann irgendwann ausgesetzt. Es gibt eine Fütterungsplattform, zu der die halbwilden Orang Utans zweimal am Tag kommen können und Bananen bekommen. Wir waren begeistert von der Leichtigkeit, mit der sie sich in den Urwaldriesen bewegen und an Lianen entlang hangeln. Fast wäre das Zentrum pleite gewesen und wollte schließen, als der britische Staat (ehemalige Kolonialherren) Geld schickte. Das erzählte uns eine Praktikantin, die 2 Jahre auf den Praktikumsplatz gewartet hatte und dafür noch 2000 Euro zahlen muss. Aber wer würde nicht mal gerne ein Affenbaby mit der Milchflasche füttern?

Weiter ging’s nach Kota Kinabalu, wo wir endlich ein angenehmes Hostel fanden, einen tollen Italiener und Shopping Malls...all die Entbehrungen, die wir in den letzten Wochen hatten.

Von hier aus starteten wir zur Besteigung des Mount Kinabalu (4000m). Wir teilten uns den Guide mit einem Engländer und stiegen am 1. Tag fünf Stunden steile Stufen bergauf. Ich lief als Langsamste voran, aber ich hatte "ein gutes Tempo", wie mir der Guide hinterher versicherte. Wir genossen den heißen Tee und den Sonnenuntergang über den Wolken auf der Terrasse des Berghofes Laban Rata auf 3200m Höhe. Die Nacht war für alle außer mir kurz: um 3 Uhr früh gingen sie zum Gipfel, über Schieferplatten, an Bergratten vorbei und sahen den Sonnenaufgang am Low Peak. Um 7 Uhr kamen die ersten von 140 Wanderern zurück: Ingo, der Engländer und unser Guide. Wir frühstückten zusammen und dann kam die Folter: 3 Stunden Stufen bergab gehen. Der Muskelkater in den nächsten 4 Tagen war so massiv, dass ich nicht mal den Bordstein hoch oder runter kam!

Also fuhren wir ans andere Ende des Nationalparks und entspannten in den heißen Quellen. Außerdem sahen wir die Rafflesia, die größte Blume der Welt (80cm Durchmesser), eine Butterflyfarm, machten den Canopywalk (auf einer Hängebrücke 40m hoch zwischen den Urwaldriesen hindurch), sahen Blutegel und zelteten im Urwald. Am 6.12. war kein Schokonikolaus in unseren Stiefeln im Vorzelt, dafür aber ein Termitenhügel!

Wir lernten Kerstin und Uwe- zwei nette Offebäscher (ja das gibt es!) im Hostel in Kota Kinabalu kennen, mit denen wir einen gemütlichen Tag auf einer Insel verbrachten. Tat das gut mal wieder in Deutsch über Deutschland und Frankfurt zu reden!!!

Als letztes Land besuchten wir Brunei, ein kleiner reicher Staat auf Borneo. Der Sultan fördert jede Familie, die nicht genug Geld hat, um sich selbst zu ernähren. Wir erlebten eine Überschwemmung in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan nach 2 Stunden Dauerregen. Viele Autos schwammen, die Fahrer standen auf dem Autodach und riefen den Abschleppdienst an! Wir besichtigten die mächtige Moschee, in der es eine Rolltreppe gibt, mit der nur der Sultan in seine Räumlichkeiten fahren darf. Und wir fuhren mit dem Boot zu den Proboscis Monkeys, die Nasenaffen mit den dicken Bäuchen und zur Watervillage. Dort leben die Menschen in Stelzenhäusern auf dem Fluss. Die Häuser sind sehr geräumig und die Menschen gastfreundlich. Die Kinder fahren mit dem Boot zur Schule. Aus der Ferne sahen wir den Sultanspalast mit goldener Kuppel.

Zurück in Kota Kinabalu schauten wir uns die Webcam vom Frankfurter Weihnachtsmarkt an und bekamen beide großes Heimweh. Gut, dass nun AirAsia uns nach Macao brachte...das Ende nahte.
Quelle: Ingo zur Übersicht...



Weitere Bilder

Gipfelfoto

Mahakam River

Muara Muntai

Schulpflicht

Im Flusboot

Frühstückscafe

Einmal nicht aufgepasst



Copyright 2004-2006 Raumfahrt24.de Blog für unsere Weltreise 2007 Herausgeber: Lilian & Ingo