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Weltreise 2007
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Patienten unterwegs
31. Juli 2007, Lilian Manthei. Zuerst bahandelten wir uns selbst, als wir hoehenkrank auf dem Salzsee in Bolivien im Jeep unterwegs waren. Dazu kam Roberto, der auch von unseren Medikamenten profitierte, da die Cocablaetter vom Fahrer Claudio nicht die gewuenschte Wirkung hatten.


Lilian bei der Arbeit vergroessern (Quelle: Melissa)



Die erste richtige Patientin traf ich in einer Jurte in der mongolischen Steppe. Sie hatte Arthrose in allen Gelenken, Uebergewicht und eine Bindehautentzuendung. Die Augentropfen, die sie schlucken wollte, tropfte ich ihr in die Augen hinein. Sie war sehr dankbar und wir lachten darueber, dass sie nicht wusste, wie sie sie anwenden sollte!

Am Wegesrand, ebenfalls in der Mongolei, stand ein kleines Maedchen und wartete mit ihrer Mutter auf eine Mitfahrgelegenheit in den naechsten Ort. Wir hielten an, wurden zunaechst zum Milchtee in die Jurte eingeladen und die Toechter konnten sogar etwas Englisch. So erfuhren wir, dass das Maedchen eine schmerzhafte Schwellung am Kieferwinkel habe und sie auf dem Weg zum Arzt seien. Mumps? Abszess?

In Russland, Suedsibirien, auf der wunderschoenen Baikalinsel Olchon, machten wir einen Ausflug zu den Klippen. Mit im Bus sassen asiatisch aussehende US-Amerikaner. Beim Fischsuppeessen blieb einer von ihnen stehen und ass nichts. Als ich ihn spaeter fragte, ob es ihm besser gehe, erzaehlte er mir, dass er vor 4 Tagen bei einer Wanderung auf einem Fels gestuerzt sei. Im Hostel schaute ich mir die Lage an: vereiterte und verschmutzte Wunden an den Fingerkuppen und eine grosse, aber oberflaechliche Schuerfwunde am Brustkorb. Alles wurde gereinigt, desinfiziert, Hautfetzen entfernt und so gut es ging steril verbunden. Er sprach Deutsch, da er ein Jahr in Muenchen gearbeitet hatte. Ich hatte viel Arbeit mit ihm, dem spaerlichen Material und habe mich fast geekelt vor dem Eitergestank (passiert selten). Hoffentlich haben sie in Irkutsk ein gutes Krankenhaus.

Auf der langen Busfahrt von Kirgistan nach China stieg ein israelisches Paar zu. An der chinesischen Grenze legte sich das Maedel ploetzlich in das Bett unter meinem und alle starrten hin. Ich fragte, ob ich helfen koenne, ich sei Aerztin und der Freund sagte mir, sie haette wohl ein gebrochenes Handgelenk. Ich sah es mir an: schwer deformiert! Sie habe drauf gelegen und sei eingeschlafen... Ich gab ihr Schmerzmittel und Wasser, da sie sehr blass war uns einen schwachen Puls hatte. Ich fixierte alles provisorisch mit Verband und Zeltstangen! (statt einer Schiene und nein, es waren nicht Ingo's Zeltstangen). Aber es hielt. Sie stiegen in einen schnelleren Bus um, bevor ich weiteres tun konnte. Am naechsten Tag trafen wir beide wieder. Im Krankenhaus hatten sie ihr einen Gips angelegt. Sie sagte, es habe sie sehr beruhigt, dass ich da gewesen sei und die Schmerzmittel haben gut gewirkt. Ich hingegen fuehlte mich so hilflos, da ich nicht mal eine Infusion anlegen konnte (das Zeug schleppe ich nicht mit).

In Westchina, am Karakorum Highway, in einem Jurtenlager am Karakolsee war ein Kamel erkrankt. Es hatte einen Nagel in der Nase, die infiziert und blutig war (Am Nagel befestigen sie das Zaumzeug). Das Kamel jammerte und schrie. Ich sagte, den Nagel muesse man entfernen, er sei die Ursache dafuer. "Ah, you are doctor?", sagte ein Kirgise. Ich erwiderte: "Yes, I'm a doctor, but not for camels!" (ueber diesem Satz lachen wir immer noch gerne).

Dann kam das gesamte Jurtenvolk und wollte, dass ich bei ihnen den Puls fuehle. Viele Arme wurden mir entgegen gestreckt! Ich bestaetigte, dass sich alle bester Gesundheit erfreuen konnten. Dann kam der Mann mit den Holzkruecken. Er habe einen Mopedunfall gehabt und eine Wunde am Schienbein. Ich schaute nach: Wunde gut verheilt, reizlos, aber ein massives Knoechel- und Fussoedem! Ich desinfizierte die Wunde, klebte ein Pflaster drauf und empfahl ihm das Bein hochzulegen. Er humpelte ja den ganzen Tag bei der Hitze draussen rum! Und er folgte brav meinen Anweisungen und begab sich sogleich in seine Jurte. Viele dankbare Blicke beim Abschied machten mich gluecklich!
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Quelle: Ingo zur Übersicht...



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